kurier.at: Frust in der Truppe wegen gebrochener Versprechen

Man will uns einfach nicht mehr.“ Das ist die fatalistische Erkenntnis eines 50-jährigen Heeresbediensteten im KURIER-Gespräch. Der Grund dafür ist einfach: Mit einer überalterten Truppe kann man nicht in den Einsatz gehen.

Doch der Konstruktionsfehler wurde bereits in der Geburtsstunde des Bundesheeres im Jahr 1955 gemacht. Bereits damals wurden Soldaten als Beamte eingestellt. Das gibt es in keiner Armee. Denn ein Sturmgewehrschütze ist bereits mit 35 Jahren zu alt für den körperlich anstrengenden Job – und ein Bataillonskommandant ist es mit 45 Jahren. Daher gibt es in vergleichbaren Staaten spezielle Dienstmodelle für Soldaten, die einen früheren Ausstieg ermöglichen.

Die österreichischen Gründerväter erhofften sich in den ersten Jahren billiges Personal. Denn die Beamten verdienten damals weit unter dem Durchschnitt der Beschäftigten in der Wirtschaft. Aber mit dem Versprechen des Kündigungsschutzes und der selben Lebensverdienstsumme konnten doch viele zu den Fahnen gelockt werden. Eine Argumentation, die bis weit in die 1990er Jahre aufrechterhalten wurde.

Die Stimmung ist nun gereizt. Die älteren Heeresbediensteten haben in jungen Jahren, wo man dringend Geld für den Existenzaufbau benötigt, verzichtet – und auf die alten Tage werden sie hinaus gemobbt. Und die noch aktiven Kollegen müssen angesichts des neuen Sparpakets einen tiefen Griff in die Geldbörsen und Kündigungen von Vertragsbediensteten fürchten