Was das neue Jahr bringtEinige Abgaben und die Hürden Richtung Frühpension steigen, für Familien gibt es etwas mehr.

Ausblick Österreich 2014

Was im neuen Jahr anders wird

Von Susanne Kritzer
Welche Änderungen es 2014 geben wird und wie sich diese für Sie auswirken werden. Teil eins: Alkoholsteuer bis Pflegekarenz.
Ausblick Österreich 2014 Was im neuen Jahr anders wird Finanzportal biallo.at
Viele Änderungen bringt das neue Jahr 2014 in Österreich
Das Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP ist auf dem Tisch. Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten haben sich die beiden Großparteien geeinigt, auch wenn das Ergebnis massiv kritisiert wird. Für mehr Geld in der Staatskasse soll ein Mix aus Sparen und Steuern sorgen. So etwa werden die motorbezogene Versicherungssteuer und die Kfz-Steuer erhöht. Bei beiden Abgaben soll über ein Stufensystem erreicht werden, dass Autos mit höherer Motorisierung auch privat deutlich stärker belastet werden. 

Auch der der Genuss von Alkohol wird sich künftig noch mehr in der Geldbörse bemerkbar machen: Die Alkoholsteuer wird um 20 Prozent teurer, die Sektsteuer wird sich um einen Euro pro Liter erhöhen. 

Rauchen wird um 45 Cent teurer

So auch die Tabaksteuer: Diese soll in drei Etappen um insgesamt 45 Cent steigen. Vorausgesetzt, dass die Erhöhung der Steuer nicht auch zu einem Anstieg des Schmuggels führt, könnte dies dem Staat 300 Millionen Euro einbringen. 
Besserverdiener müssen 2014 insofern tiefer in die Kasse greifen, als die Befristung des Solidarbeitrags für Besserverdiener aufgehoben wird. Diese Bestimmung war erst dieses Jahr für Bezüge ab 186.000 Euro Jahresbrutto (Arbeitnehmer) bzw. 175.000 Euro (Unternehmer) eingeführt worden.

Gesellschaftssteuer fällt


Für alle, die an Aktien & Co Interesse haben, gibt es gute Nachrichten: Die Gesellschaftssteuer, die ein Prozent beträgt und beim Erwerb von Aktien oder Gesellschaftsanteilen oder Kapitalerhöhungen anfällt, wird abgeschafft. 

Kinderbetreuungsgeld erhöht

Viele Neuerungen betreffen die Familienpolitik, die mit der Motivforscherin Sophie Karmasin auch ein neues Gesicht erhält. Das pauschale Kinderbetreuungsgeld wird zu einem flexibel nutzbaren Kinderbetreuungsgeld-Konto weiterentwickelt. Für Familien bedeutet das eine Erhöhung von vier bis zehn Prozent – die Erhöhung soll jedoch erst ab Juli des neuen Jahres gelten. Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld sowie bei der Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld wird jedoch bereits ab Jänner 2014 die Zuverdienstgrenze für Eltern von 6.100 Euro auf 6.400 Euro pro Kalenderjahr angehoben.

Verbesserungen in Pflege von Angehöriger

Pflegende Angehörige können ab dem Jahr 2014 bis zu drei Monate in Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit gehen. Für die Unterbrechung ihrer beruflichen Tätigkeit ist ein Karenzgeld analog zum Arbeitslosengeld (bis zu maximal 1.400 Euro monatlich) vorgesehen. 
Die Pflegekarenz wird ab der Pflegegeldstufe drei des zu pflegenden Angehörigen oder ab der Stufe eins bei minderjährigen Kindern oder bei Demenz gegeben sein. Die Krankenversicherung bleibt während der Pflegezeit aufrecht und auch ein entsprechender Pensionversicherungsbeitrag wird während dieser Zeit eingezahlt. 

Wichtig ist, dass bei der Annahme von Pflegeteilzeit die Arbeitszeit nicht unter zehn Wochenstunden reduziert werde darf. Die Geldleistung wird anteilig des reduzierten Einkommens berechnet. 

Angehörige können die Pflegekarenz einmal antreten, bei einer Verschlechterung des Zustands auch ein weiteres Mal. Pro Pflegebedürftigem können insgesamt zwei Angehörige in Karenz gehen. Notwendig ist in jedem Fall eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wobei das Arbeitsverhältnis zuvor ununterbrochen drei Monate bestanden haben muss. 

Auch die Situation von Personen, die bei Sterbebegleitung oder Begleitung von schwerst erkrankten Kindern eine Familienhospizkarenz in Anspruch nehmen, wird mit Jahreswechsel verbessert. Die Betroffenen haben ebenso Rechtsanspruch auf Pflegekarenzgeld
Vom erschwerten Gang in die Frühpension bis zum neuen Zehn-Euro-Schein. Lesen Sie, welche Änderungen auf Sie 2014 voraussichtlich zukommen werden.
Was sich ändert 2014 Österreich Änderungen
Vom Arbeitsvertrag bis zu den Handwerkskosten - in Österreich wird sich 2014 einiges ändern
Wer noch keine Pension bezieht, aber vor dem gesetzlichen Alter von 60 bzw. 65 Jahren in Rente gehen möchte, für den wird es ab 2014 deutlich schwieriger und teurer. Denn mit der Hackler-Regelung wird man nicht mehr mit 55 bzw. 60 Jahren abschlagsfrei nach 40 bzw. 45 Versicherungsjahren in Pension gehen können. Hier wird das frühestmögliche Antrittsalter für Männer auf 62 Jahre hinaufgesetzt, Frauen der Jahrgänge 1959 bis 1961 werden erst mit Vollendung des 57., 58. und 59. Lebensjahres in Pension gehen können. 

Zudem werden Abschläge in Höhe von 4,2 Prozent jährlich vor dem 60/65er eingeführt. Nachgekaufte Schul- und Studienzeiten werden nicht mehr als Hacklerzeit angerechnet, es gelten nur Beitragsmonate aufgrund einer Erwerbstätigkeit sowie Ersatzzeiten für Kindererziehung, Präsenz- oder Zivildienst.
Die Regierung möchte das durchschnittliche Antrittsalter von 58,4 (2012) auf 60,1 (2018) anheben. Arbeitnehmer, die über das gesetzliche Pensionsalter hinaus tätig sind, sollen – allerdings erst ab 2015 - einen höheren Bonus erhalten (5,1 statt 4,2 Prozent) und außerdem keinen Pensionsversicherungsbeitrag mehr abliefern müssen. Das bedeutet, dass die Pension damit jedes Jahr, das man länger arbeitet, um rund zehn Prozent steigt
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Teilpension ab 62 möglich

Zusätzlich vorgesehen ist eine Teilpension: Ab 62 soll es möglich werden, Arbeitszeit und damit einhergehend Einkommen um mindestens 30 Prozent zu reduzieren; dem entsprechend soll es dann eine Teilpension geben.

Ab Juli 2014 soll überprüft werden, wie stark das Pensionsalter aufgrund all dieser Maßnahmen tatsächlich steigt. Erhöht es sich nicht ausreichend, so darf eine weitere Pensionsreform erwartet werden.

Befristete Invaliditätspension

Die befristete Invaliditätspension wird 2014 für unter 50-Jährige abgeschafft. Somit bekommen nur noch Personen, die nicht mehr in den Arbeitsmarkt integrierbar sind, eine Invaliditätspension. Alle anderen werden entweder rehabilitiert oder umgeschult, für die Betroffenen gibt es Reha-Geld oder Umschulungsgeld.

Transparentes Pensionskonto

Mit dem Pensionskonto wird man ab Anfang 2014 wissen, wie hoch die künftige Pension voraussichtlich ausfallen wird. Das Pensionskonto, das es schon länger gibt, wird nun transparenter: Mit Hilfe einer komplexen Formel wird eine Gutschrift aus den bisherigen Ansprüchen für das Pensionskonto errechnet, auf das auch alle künftigen Ansprüche fließen. Für Versicherte wird damit erkennbar, wie viel Geld schon für die Pension angespart wurde und wie viel er einmal voraussichtlich erhalten wird.

Handwerkskosten steuerlich absetzbar?

Doch Neuerungen des Jahres 2014 betreffen nicht nur die Pensionsregelungen. Die SPÖ/ÖVP-Regierung will im Kampf gegen Schwarzarbeit neue Regelungen und plant die Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkskosten in der Höhe von maximal 6.000 Euro.

Arbeitsverträge

Verbesserungen werden im neuen Jahr im Bereich der „All-In-Verträge“ erwartet: Mehr Transparenz wird die Aufgliederung von „All-In-Verträgen“ in den Grundlohn und die Zulagen bringen. Diese Maßnahme ist insofern wichtig, da „All-In-Verträge“ nicht mehr nur Manager betreffen, sondern heute schon einfache Angestellte in dieser Vertragsform arbeiten.

Schwerpunkt Gesundheit

Laut Ankündigungen der neuen Bundesregierung wird 2014 auf Prävention und Gesundheitsförderung besonders geachtet: So ist etwa die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche geplant. Konkret sollen Kieferregulierungen, festsitzender Zahnersatz und Mundhygiene für Kinder und Jugendliche als Kassenleistungen umgesetzt werden. 
Ebenso soll der Spitalskostenbeitrag für Kinder und Jugendliche abgeschafft werden. Ein Kinder- und Jugendgesundheitspass für sieben- bis 18-Jährige soll eingeführt und die
Leistungen des Mutter-Kind-Passes weiter ausgebaut werden.

Neue Zehn-Euro-Scheine kommen 2014

Mitte Jänner sollen sie der Öffentlichkeit erstmals präsentiert werden: Die neuen Zehn-Euro-Scheine. Nach den Fünf-Euro-Noten will die Europäische Zentralbank (EZB) ab Herbst 2014 neue Zehn-Euro-Scheine in Umlauf bringen.

Mit den neuen Geldscheinen soll Fälschern das Handwerk erschwert werden. Die Noten sind mit drei neuen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet: Ein Hologramm zeigt ein Porträt der Europa - dieses erscheint im silbernen Streifen der Banknoten, wenn die Scheine gekippt werden. Außerdem erkennt man in dem Streifen ein Symbol und der Nennwert der Scheine. Das Porträt der Europa ist zusätzlich als Wasserzeichen zu sehen.

Zudem gibt es eine sogenannte Smaragdzahl, auf der sich beim Kippen der Scheine ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die Zahl verändert ihre Farbe von Smaragdgrün nach Tiefblau. Die neuen Noten ähneln den bisherigen zwar farblich und gestalterisch. Im Gesamtbild sind sie jedoch recht unterschiedlich.

Was müssen Pendler ab Jahresbeginn beachten?

Der neue Pendlerrechner ist verpflichtend zu verwenden

Pendlerrechner

Voraussichtlich wird ab Februar auf der Homepage des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) ein Pendlerrechner zur Verfügung stehen (das genaue Datum war zu Redaktionsschluss noch nicht bekannt). Sobald der Pendlerrechner online ist, muss die Zumutbarkeit der Verwendung von Massenbeförderungsmitteln damit berechnet werden.

Dem Formular (L34), mit dem das Pendlerpauschale beantragt wird, muss ein Ausdruck der Berechnung des Pendlerrechners beigelegt werden. Das Ergebnis des Rechners ist maßgeblich, außer der Steuerpflichtige kann beweisen, dass es nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.

Diese Neuregelungen treten grundsätzlich mit 1.1.2014 in Kraft, außer der Pendlerrechner ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar. In diesem Fall ist die Verordnung rückwirkend anwendbar (wenn der Steuerpflichtige dadurch nicht schlechter gestellt wird).

Geändert: Unzumutbarkeit wegen langer Anfahrtszeit

Die Kriterien bis zu welcher Fahrtzeit es zumutbar ist ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen, wurden mit 1.1.2014 geändert.

Die Benützung eines Massenbeförderungsmittels ist immer zumutbar, wenn die Fahrt bis zu 60 Minuten beträgt. Bei einer Zeitdauer von mehr als 120 Minuten ist immer von einer Unzumutbarkeit auszugehen.

Bei einer Zeitdauer von über 60 Minuten nicht aber 120 Minuten wird die Zumutbarkeit nach der entfernungsabhängigen Höchstdauer beurteilt. Sie beträgt 60 Minuten zuzüglich einer Minute pro Kilometer der Entfernung. Wenn die entfernungsabhängige Höchstdauer überschritten wird, ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels unzumutbar.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer benötigt zu seinem Arbeitsplatz 70 Minuten, die Arbeitsstätte ist 50 km entfernt. Er fährt mit dem Pkw, einem Regionalzug und einem Bus. Die Zeitdauer beträgt mehr als 60 Minuten, daher ist die entfernungsabhängige Höchstdauer zu berechnen.

Sie wird wie folgt berechnet: 60 Minuten plus 50 Minuten (1 Minute für jeden Kilometer) sind 110 Minuten. Die 70 Minuten, die er benötigt, sind die kürzest mögliche Zeitdauer und diese übersteigt die 110 Minuten entfernungsabhängige Höchstdauer nicht. Die Benützung der Massenbeförderungsmittel ist ihm zumutbar.

Stand: 19. Dezember 2013